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Die grundlegende Natur des Geistes ist wie der Raum - grenzenlos und
unzerstörbar.
Wenn wir mit dem Geist arbeiten und dies erfahren, werden seine natürlichen Qualitäten wach. Wir werden furchtlos und bekommen mehr Überschuß um anderen zu helfen.

Die Natur des Geistes zu entdecken und seine natürlichen Qualitäten zu entfalten
ist das Ziel des Buddhismus. Wer war Buddha, was lehrte er, was ist Karma, was die Erleuchtung...? Hier finden Sie Antworten auf diese und weitere Fragen zum Buddhismus.



Was kann Buddhas Lehre den westlichen Gesellschaften bieten?

»Wirksame Mittel, die zu unmittelbarer Erfahrung des Geistes führen«, antwortet Lopön Tsechu Rinpoche, einer der erfahrensten Lehrer des tibetischen Buddhismus. Buddhas Lehre ist wie ein Diamant, der in seinem Wesen unveränderlich ist, aber doch in den Farben des Untergrundes strahlt, auf dem er liegt. So hat sich die Lehre den kulturellen Bedingungen der einzelnen Länder angepaßt, ohne dabei ihre Essenz zu verlieren. Zunächst wurden die Belehrungen 1500 Jahre lang in Indien übertragen und dann weitere 1000 Jahre in Tibet. Heute wird die Unbegrenztheit der Sicht und der Mittel bei den gut ausgebildeten und selbständigen Menschen des Westens deutlicher als je zuvor.



Wer ist Buddha?

Buddha wurde vor etwa 2560 Jahren in Nordindien geboren. Nach langer Suche erkannte er in tiefer Meditation das Wesen des Geistes und wurde erleuchtet. Danach lehrte Buddha 45 Jahre lang in der damaligen nordindischen Hochkultur. Der Buddhismus ist Hauptreligion in mehreren ostasiatischen Ländern und spricht selbständige Menschen an. Buddhas Einsichten überzeugen und begeistern seit den siebziger Jahren eine wachsende Zahl von Westlern.



Was lehrt Buddha?

Buddha erklärt hautnah und lebensbezogen, was letztendlich wirklich und was bedingt ist. Dieses Verständnis ermöglicht das Erleben dauerhaften Glücks. Der Buddhismus kennt keine Dogmen und erlaubt, alles in Frage zu stellen. Durch geeignete Meditationen wird das Verstandene zur eigenen Erfahrung. Zusätzliche Mittel festigen die erreichten Bewußtseinsebenen. Das Ziel von Buddhas Lehre ist die volle Entwicklung der innewohnenden Möglichkeiten von Körper, Rede und Geist.



Was ist Karma?

Karma bedeutet »Ursache und Wirkung«, nicht Schicksal. Jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich. Dieses Verständnis ermöglicht den bewußten Aufbau von Eindrücken, die zu Glück führen und künftiges Leid vermeiden. Noch nicht reif gewordenes nützliches Karma läßt sich mit den geschickten Mitteln des Diamantwegs verstärken, schädliches abbauen.



Was ist Meditation?

Meditation bedeutet im Buddhismus »müheloses Verweilen in dem, was ist«. Dieser Zustand wird durch Beruhigen und Einsgerichtetheit des Geistes oder durch die Arbeit mit inneren Energien und Lichtformen verwirklicht.

Am wirksamsten ist jedoch die ständige Identifikation mit der eigenen Buddhanatur, und zwar nicht nur während, sondern auch außerhalb der Meditationssitzungen, wie es im Diamantweg gelehrt wird.



Was bedeutet Befreiung und Erleuchtung?

Befreiung bedeutet die Erkenntnis, daß Körper, Gedanken und Gefühle in ständiger Veränderung sind und deswegen kein wirkliches »Ich« bilden können. Dadurch erlebt man sich nicht mehr als Zielscheibe, der Ursache allen Leidens.

Erleuchtung ist der weitere, letztendliche Schritt. Hier strahlt das klare Licht des Geistes durch jede Erfahrung. Es besteht keine Trennung mehr zwischen Erleber, Erlebtem und Erlebnis. Der Geist genießt jeden Augenblick seine selbstentstandenen Fähigkeiten und ist in allem mühelos und spontan.



Worin unterscheiden sich die buddhistischen Richtungen?

Buddha gab Belehrungen für drei verschiedene Arten von Menschen.

Wer Leid vermeiden wollte, bekam Auskunft über Ursache und Wirkung (»Kleiner Weg«, skt. »Hinayana«).

Wer mehr für andere tun wollte, hörte Belehrungen über Mitgefühl und Weisheit (»Großer Weg«, skt. »Mahayana«).

Wenn die Leute starkes Vertrauen in ihre eigene Buddhanatur hatten, lehrte er den »Diamantweg« (skt. Vajrayana). Buddha zeigte sich dabei in hologramm- ähnlichen Formen oder vermittelte seine erleuchtete Sicht von der Natur des Geistes, das »Große Siegel« (skt. Mahamudra).
Im Diamantweg lernt man, die Welt aus einer reichen und selbstbefreienden Sicht heraus zu erfahren. Seine Übungen entwickeln tiefen inneren Reichtum, führen weiter zu Ungekünsteltsein und Unerschütterlichkeit und entfalten schliesslich jede erleuchtete Tatkraft des Geistes.



Wo findet man den Diamantweg-Buddhismus im Westen? 

Über 600 Buddhistische Zentren und Gruppen der Karma Kagyü Linie wurden seit 1972 von Lama Ole Nydahl im Auftrag des 16. Karmapa gegründet. Im deutsch-sprachigen Raum gibt es allein über 150 Gruppen, deren Mitglieder auf der Grundlage von Freundschaft und Idealismus ehrenamtlich mithelfen.

Aus Europa kommen auch die etwa 30 Schüler, die inzwischen in Lama Oles Auftrag rund um die Welt unterrichten. Die Zentren sind demokratisch aufgebaut und in Deutschland als gemeinnützige Vereine anerkannt. In anderen Ländern Europas ist der Buddhismus bereits eine anerkannte Religion, wie z.B. in Österreich, Polen und Dänemark

Bedeutend für die westliche Welt ist, daß die Karma Kagyü Zentren östlich des Rheins einen Laien- und Verwirklicher-Weg (Diamantweg-Buddhismus) lehren, der auf die Entwicklung von Klarheit und Selbständigkeit in der heutigen Welt zielt.
Inhaltlich steht er auf drei Säulen: überprüfbares, dogmenfreies Wissen, Meditation und Wege zum Festigen der erreichten Bewußtseinsebenen. So macht der Diamantweg die wirksamsten Mittel Buddhas der modernen Welt zugänglich. Er hilft, den eigenen inneren Reichtum zum Besten aller Wesen zu entdecken und zu entfalten.


Wer sind die Karmapas?

Karmapa gilt als der erste bewußt wiedergeborene Lama Tibets. Schon vor 2550 Jahren stand er dem Buddha als Liebevolle Augen (tib. Chenrezig) zur Seite. Nach mehreren bedeutenden Leben als Yogi in Indien ließ sich Karmapa bereits 17 mal in Tibet wiedergebären. Der 16. Karmapa, der Tibet 1959 aufgrund der chinesischen Besatzung verlassen mußte, sicherte das Weiterbestehen der Karma-Kagyü-Linie. Mit Hilfe seiner westlichen Schüler sorgte er dafür, dass das Wissen um die Natur des Geistes auch in die moderne Welt kam. Der jetzige 17. Karmapa Thaye Dorje wurde mit elf Jahren im Frühling 1994 aus dem besetzten Tibet in die Freiheit nach Indien gebracht. (weitere Informationen: www.karmapa.org)


Buch-Tipps:                                         

Lama Ole Nydahl                                                                         Wie die Dinge sind - Eine zeitgemäße Einführung in die Lehre Buddhas Überarbeitete Ausgabe bei Droemer/Knaur                                         140 Seiten                                                                                  ISBN: 342687234X

Lama Ole Nydahl                                                                           Der Buddha und die Liebe                                                                Knaur Verlag                                                                                254 Seiten                                                                                   ISBN 3426666928